UZW

 

 

Unser Projekt:
ein Informationszentrum
mit Freilichtbereich

Die Umgebung von Wildeshausen ist besonders reich an vorgeschichtlichen Denkmälern. Von jungsteinzeitlichen Großsteingräbern bis zu bronze- und eisenzeitlichen Grabhügeln findet sich ein außergewöhnliches Spektrum archäologischer Stätten. Bisher wird das touristische Potenzial dieser einmaligen Kulturlandschaft jedoch nur unzureichend vermittelt. Der Förderverein "Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen" e.V. wurde gegründet, um ein Informationszentrum zu diesen Sehenswürdigkeiten der Wildeshauser Geest zu errichten.

Eine vom Verein ein Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie der Museumsberatung Frau Dr. Bollmann in Oldenburg*  steckt den inhaltlichen, organisatorischen und finanziellen Rahmen des Projektes ab.

Inhalte und Präsentation

Das Urgeschichtliche Zentrum Wildeshause wird sich inhaltlich stark an den berühmten Bodendenkmälern orientieren. Sowohl die Großsteingräber aus der Jungsteinzeit als auch die Hügelgräber aus der Bronze- und Eisenzeit sind wichtige Zeugen vergangener Kulturen. Im Gegensatz zu anderen archäologischen Quellen dieser Epochen sind sie noch heute in der Landschaft sichtbar. Die Fülle dieser Denkmäler in der Wildeshauser Geest bildet die wesentliche Grundlage des Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen.

Ziel des Urgeschichtlichen Zentrums ist es, die Gräber mit ihrer ganzen historischen Aussagekraft erlebbar zu machen. Da dies anhand der Beschilderung vor Ort nur unzureichend gelingt, ist die Einrichtung einer Präsentation mit erlebnis- und handlungsreichem Vermittlungskonzept zwingend erforderlich. Dabei wird es auch möglich sein, einen Bogen in die Gegenwart zu schlagen. Die Präsentationsfläche des Urgeschichtlichen Zentrums umfasst sowohl einen Innen- als auch einen Außenbereich, um die genannten Vermittlungsziele zu erreichen.

Den thematischen Ausgangspunkt für beide Bereiche bilden die Gräber mit ihren Funden und Bestattungsriten. Ausgehend von der Frage, welche Erkenntnisse die Archäologen aus diesen Hinterlassenschaften ziehen können, lassen sich sowohl Methoden der Archäologie als auch alle Fragen rund um den Bau und die Erbauer der Gräber darstellen. Dabei geben die Gräber nicht nur eine Vorstellung vom Tod und von den Jenseitsvorstellungen der Menschen, sondern legen als wichtiger Bestandteil des Lebens auch Zeugnis über zahlreiche Lebensbereiche ab. Sie ermöglichen Aussagen über gesellschaftliche Strukturen, Wirtschaftsweisen und Siedlungsformen, über religiöse Vorstellungen und kulturelle Kontakte, über technische Möglichkeiten und Produkte des Handwerks sowie über Gesundheit und Tod der Menschen.

Trägerschaft

Als zukünftiger Träger des Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen kommt in der gegenwärtigen Situation vor allem der gleichnamige Förderverein in Frage. Die Rechtsform des eingetragenen Vereins ist aufgrund ihres gemeinnützigen Status sehr gut geeignet, vorrangig ideelle Ziele zur Förderung der Region und ihrer Gemeinschaft zu verfolgen. Zugleich kann der Verein die wichtigste Ressource bündeln, über die das geplante Projekt bisher verfügt: das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Privatpersonen, die das Projekt als Vereinsmitglieder aktiv mittragen. Als eine privatrechtliche Organisation hat der Verein außerdem die Möglichkeit in inhaltlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig, flexibel und wirtschaftlich effizient zu agieren. Dies schließt auch die Möglichkeit ein, Spendenquittungen auszustellen, wodurch das einwerben von Drittmitteln über Sponsoren leichter ist.

Die Wildeshauser Geest ist aufgrund ihres Reichtums an Großsteingräbern ein wichtiger Teil der 2009 eröffneten "Straße der Megalithkultur", die vom Osnabrücker Land über das Emsland bis nach Oldenburg führt. Als Grundlage für den weiteren Ausbau und eine bessere Profilierung dieser Touristischen Straße wurde 2010 ein Masterplan durch die ift - Freizeit- und Tourismusberatung GmbH in Köln vorgelegt. Dieser sieht als wichtige Maßnahme zur Weiterentwicklung der Straße die Schaffung eines Besucherzentrums an einem zentralen Ort vor. Neben einem Angebot an touristischen Serviceleistungen bildet eine Ausstellung zum Thema Megalithkultur und Methoden der modernen Archäologie die Kernaufgabe eines solchen Zentrums.

Diese Planungen zeigen in der Aufgabenstellung, im Vermittlungsanspruch und in den Zielgruppen deutliche Überschneidungen mit dem Konzept des Urgeschichtlichen Zentrums Wildeshausen. Zwei Einrichtungen dieser Art in Konkurrenz zu einander zu errichten, erscheint nicht sinnvoll. Vielmehr könnten sich die beiden Zentren durch einen Zusammenschluss gegenseitig stärken. Das Urgeschichtliche Zentrum gewinnt durch eine Kooperation an Rückhalt in der Region und erhält zusätzliche Möglichkeiten, finanzielle Förderungen für die Errichtung des Zentrums einzuwerben. Das Besucherzentrum der Straße der Megalithkultur wird durch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen von der inhaltlichen Arbeit – der Betreuung der Ausstellung und des Besucherangebots – entlastet und kann sich auf die touristische Vermarktung der "Straße der Megalithkultur" und des gemeinsamen Zentrums konzentrieren.

Betrieb

Das breite Aufgabenspektrum eines Informations- und Besucherzentrums erfordert sehr unterschiedliche Qualifikationen und Kompetenzen. Für die Kommunikations- und Marketingaufgaben sind spezielle Kenntnisse im Marketing- und Tourismusbereich erforderlich. Die Betreuung der Präsentation und die Vermittlungsarbeit erfordern dagegen archäologische Fachkenntnisse und didaktisch-pädagogische Kompetenzen.

Dabei setzen nicht alle Aufgaben eine qualifizierte Ausbildung des Personals voraus, sondern lassen sich im Rahmen einer Einarbeitungsphase und durch stetige Weiterbildung erlernen und vertiefen. Sie können daher ohne Schwierigkeiten von Ehrenamtlichen übernommen werden. Sollte für einzelne Aufgaben spezielles Fachwissen erforderlich sein, können der Förderverein Urgeschichtliches Zentrum und die "Straße der Megalithkultur" auf ihre Kontakte zu zahlreichen Einrichtungen der Region zurückgreifen. Auch ein projektbezogener Einsatz externer Dienstleister oder Berater wäre denkbar.

Die Kooperation mit der "Straße der Megalithkultur" bietet die Chance, dass wichtige Aufgaben - namentlich das Marketing - durch fest angestelltes Personal zu übernehmen.


* Dr. B, Bollmann, Oldenburg, Machbarkeitsstudie "Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen", 2010

obiger Text erstellt am 16.05.2012 von Svea Mahlstedt, überarbeitet von B. Rothmann im Feb. 2013

Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen  •  Holzhausen 9  •  27793 Wildeshausen
www.uzw-wildeshausen.de - 26.02.2013