Artikel über urgeschichtliche Denkmäler und den Förderverein, die in der Nordwest-Zeitung erschienen sind
Artikel vom 10.2.2010 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline
(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

„Archäologische Sensation“ in der Geest
WISSENSCHAFT Prähistorikerin Dr. Jana Fries erläutert zunehmende Bedeutung der Denkmalpflege
AUCH UZW-VORSITZENDE SVEA MAHLSTEDT REFERIERTE IM RATHAUSSAAL. DER VEREIN PRÜFT EIN INFOZENTRUM IN DER NÄHE DES PESTRUPER GRÄBERFELDES.
VON STEFAN IDEL

Foto: Schilderten die spannenden archäologischen Funde der Region: Dr. Jana Fries (links) und Svea Mahlstedt BILD: IDEL

WILDESHAUSEN - Das Landesamt für Denkmalpflege gilt als bevorzugter Ansprechpartner bei Bauprojekten in den Kommunen: „Allein im Jahr 2008 haben wir 283 Stellungnahmen abgegeben“, sagte Bezirksarchäologin Dr. Jana Fries von der Außenstelle Oldenburg. „Im vergangenen Jahr waren es etwa 15 Prozent mehr.“ In der Regel würden die Denkmalschützer aber erst konsultiert, wenn die Bautätigkeiten schon angelaufen seien. Das sei beispielsweise bei einem Cloppenburger Gewerbegebiet der Fall gewesen, als eine Siedlung aus der Eisenzeit entdeckt wurde.

In der Reihe „Geschichte im Rathaus“ hielt Dr. Fries am Montagabend vor rund 80 interessierten Zuhörern quasi ihre „Antrittsrede“ in Wildeshausen, wie es der Vorsitzende des Bürger- und Geschichtsvereins, Bernd Oeljeschläger, formulierte. Die 40-jährige Prähistorikern hat im Juli 2007 die Nachfolge des Bezirksarchäologen Jörg Eckert angetreten. Im Rathaussaal erläuterte Fries die Aufgaben und Strukturen der Bodendenkmalpflege im nordwestlichen Niedersachsen. Sie schlug einen Bogen von ihrer „schönsten Dienstreise“ zu einem Schiffswrack im Wattenmeer bis hin zur Entdeckung jungsteinzeitlicher Siedlungsspuren im Nordhorner Stadtteil Hestrup. „Danach hat Eckert 20 Jahre gesucht“, wies Fries auf die „archäologische Sensation“ hin, dass damit erstmals solche Siedlungsspuren in der Geest gefunden worden seien.

Das Konzept für ein geplantes Infozentrum nahe des Pestruper Gräberfeldes oder der Kleinenkneter Steine stellte Svea Mahlstedt, Vorsitzende des Fördervereins Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen (UZW), vor. Statt eines großen Museums seien „Freilichtmodule“ zur Steinzeit sowie zur Bronzezeit/Eisenzeit geplant. Wichtig sei es, vor Ort die Funde (im Original oder als Nachbildung) zu zeigen, betonte die Archäologin. Derzeit werbe der Verein Fördermittel ein für eine Machbarkeitsstudie zum Informationszentrum, die von der Museumsberaterin Dr. Beate Bollmann (Oldenburg) durchgeführt werden soll (die NWZ berichtete). Die Stadt Wildeshausen habe einen Zuschuss zugesagt, falls EU-Mittel aus dem so genannten „Leader“-Programm fließen.

Die Zuhörer belohnten die Vorträge mit viel Applaus. In der Diskussion wiesen Sprecher auf die Bedeutung der Kulturdenkmale in der Wildeshauser Geest, oft „Klassische Quadratmeile der Urgeschichte“ genannt, hin.

Der Förderverein unter www.uzw-wildeshausen.de


Artikel vom 8.2.2010 - Lesen Sie den Originalartikel nach unter: NWZonline
(Quelle: Nordwest-Zeitung, Oldenburg)

Steine und Scherben

Bezirksarchäologin Dr. Jana Fries (Bild) ist an diesem Montag, 8. Februar, erstmals in der Vortragsreihe „Geschichte im Rathaus“ in Wildeshausen zu Gast. Ab 20 Uhr spricht sie im historischen Rathaussaal über das Thema „Steine, Scherben, Grabanlagen – Aufgaben und Strukturen der Bodendenkmalpflege in Weser-Ems“. Sie gibt in dem reich bebilderten Vortrag einen Einblick in die Arbeit der Bodendenkmalpflege sowie einen Eindruck von den vielen Hinterlassenschaften einer Jahrtausende alten Kultur in der Region. Als zweite Referentin stellt Archäologin Svea Mahlstedt die Ideen für ein archäologisches Informationszentrum vor, die der Förderverein Urgeschichtliches Zentrum Wildeshausen entwickelt hat.


zuletzt geändert am  10.2.10